Datenschutz beim Spiel-Tracking: So bleibt es anonym
Halte fest, was im Spiel passiert ist, nie wer gespielt hat: keine Konten, keine Geräte-IDs, keine IP-Adressen, keine Uhrzeiten. Frag den Spieler trotzdem vorher, denn in der EU kann selbst anonyme Information auf seinem Gerät eine Rechtsfrage aufwerfen.
Diese Seite ist eine allgemeine Information und wurde nicht von einem Anwalt geprüft. Nichts hier macht Tracking rechtssicher, hol dir also Rat, bevor du ein Spiel damit veröffentlichst.
Was macht ein Protokoll anonym?
Namen wegzulassen reicht nicht. Glass Orchard ist ein erfundenes Spiel, die Zahlen sind für dieses Beispiel ausgedacht. Seine erste Protokollzeile enthielt neun Dinge:
| Feld | Behalten? | Warum |
|---|---|---|
| Name des Ereignisses, etwa level-lose | Ja | Darum geht es |
| Level | Ja | Sagt, wo |
| Sekunden seit Sitzungsbeginn | Ja | Sagt, wie lange, nicht wann |
| Spielversion | Ja | Nötig für Versionsvergleiche |
| Uhrzeit und Datum | Nein | Kann eine Sitzung mit einer Person verbinden |
| Sprache | Nein | Seltene fallen auf |
| Bildschirmgröße | Nein | Teil des Fingerabdrucks eines Geräts |
| Geräte-ID | Nein | Folgt einem Gerät dauerhaft |
| Kontoname | Nein | Das ist eine Person |
Das Spiel hatte 40 Testspieler. Allein über die Sprache fielen 3 auf, weil jeder von ihnen der Einzige mit seiner war. Mit Bildschirmgröße und Startzeit waren 31 der 40 einmalig, ohne einen einzigen Namen in der Datei. Wer wusste, dass eine Freundin um 23:10 auf Finnisch gespielt hat, konnte ihre ganze Sitzung herauspicken. Die vier behaltenen Felder beschreiben das Spiel, nicht den Spieler, und daran erkennt man keine Freundin mehr.
Das Gesetz nennt das Aussondern. Erwägungsgrund 26 der DSGVO sagt, dass wirklich anonyme Daten nicht unter sie fallen. Er sagt auch, dass pseudonyme Daten, bei denen sich eine Kennung mit Zusatzwissen zurückverfolgen lässt, weiter als personenbezogen gelten und dass Aussondern ein Weg ist, jemanden zu identifizieren. Eine feste Spieler-ID ist also nicht anonym.
Warum fragen, wenn nichts persönlich ist?
Artikel 5 Absatz 3 der ePrivacy-Richtlinie betrifft das Speichern von Informationen auf dem Gerät eines Nutzers und das Auslesen. Der Europäische Datenschutzausschuss weist darauf hin, dass die Regel von „Informationen“ spricht, nicht von „personenbezogenen Daten“. In Deutschland sagt § 25 TDDDG, dass Speichern und Auslesen eine Einwilligung brauchen, außer es ist unbedingt erforderlich für einen Dienst, den der Nutzer ausdrücklich gewünscht hat.
Einen Spielstand will ein Spieler offensichtlich. Bei einem Statistik-Protokoll ist das weniger klar, und wir können dir nicht sagen, wo dein Spiel liegt. Der ehrliche, einfache Ausweg: in klaren Worten fragen und bei einem Nein nichts aufzeichnen. Der Ausschuss sagt außerdem, dass auch das Zurücksenden auf dem Gerät erzeugter Informationen an einen Server als Zugriff gelten kann. Auch deshalb verschickt unser Ereignisprotokoll nichts, und ein Spieler gibt seine Datei selbst weiter.
Falls du später automatisches Senden einbaust: Server sehen, wer sie anspricht. nginx, ein verbreiteter Webserver, schreibt die IP-Adresse von Besuchern standardmäßig ins Protokoll. Hol dir vorher Rat.
Was du tun solltest
- Lehne freien Text ab: In einer Chatzeile kann alles stehen.
- Sag in einem Satz, den ein Kind versteht, was du sammelst.
- Biete einen Löschen-Knopf an, der wirklich löscht.
Das sagst du deiner KI
Prüf das Tracking meines Spiels auf alles, was auf eine Person zeigen könnte.
1. Liste jede Stelle auf, an der mein Spiel Daten erfasst oder speichert, und zeichne als Mermaid-Zustandsdiagramm, wie die Daten wandern: von der Entstehung über den Speicherort bis zu dem, der sie sehen kann. Markiere jeden Schritt, der das Gerät des Spielers verlässt.
2. Vergleiche das mit diesem Plan: keine Konten, Geräte-IDs, IP-Adressen, Uhrzeiten oder freier Text, ein Zufallsname pro Sitzung, der nicht für die nächste aufbewahrt wird, nichts vor der Zustimmung des Spielers, nichts wird automatisch verschickt.
3. Zeig mir jedes gefundene Feld mit einem echten Beispielwert und der Datei und Zeile, aus der es kommt.
4. Such nach Werten, die nur eine Sitzung hat, etwa einer Version, die nur ein Tester bekam, denn seltene Werte können auf eine Person zeigen. Zeig die Zahl dieser Sitzungen. Wenn ich dafür zu wenig Daten habe, sag das.
Ändere noch nichts. Sag mir nie, dass etwas legal oder sicher ist. Du kannst mir nur sagen, was der Code tut, und Rechtsfragen bringe ich zu einem Anwalt.
Oder spar dir das und schließ den MCP an: Dann findet deine KI das alles von selbst.MCP anschließen
So prüfst du es
- Lies eine ganze Sitzung. Könntest du die Sitzung eines Freundes von anderen unterscheiden?
- Sag im Spiel nein. Dann darf nichts geschrieben werden, nicht einmal ein Name.
- Durchsuch deinen Code nach „fetch“ und „send“. Nichts darf das Gerät verlassen, ohne dass du es weißt.
- Frag jemanden, der sich auskennt. Einen Anwalt, vor der Veröffentlichung. Wir sind keiner.